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Ballesterer
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Der ballesterer ist ein Ăśsterreichisches FuĂballmagazin. Es wurde im FrĂźhjahr 2000 in Wien gegrĂźndet und wird bis heute im Eigenverlag herausgegeben. Medieninhaberin ist seit 2011 die ballesterer Zeitschriftenverlag GmbH. Seit 2008 erscheint der ballesterer zehnmal im Jahr, zurzeit mit einer Auflage von 20.000 StĂźck. Der Vertrieb erfolgt flächendeckend im Ăśsterreichischen Zeitschriftenhandel, im deutschen Bahnhofsbuchhandel sowie an ausgewählten Verkaufsstellen in der Schweiz.cite-ref-1[1]
Contents
⢠Das Heft
⢠Ausrichtung
⢠Inhalt
⢠Geschichte
⢠Verantwortliche
⢠Reputation
⢠Kritik
⢠Sonstiges
⢠Auszeichnungen
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Das Heft
Ausrichtung
Der ballesterer ist ein vereinsunabhängiges Magazin fĂźr FuĂball- und Fankultur. Anders als in der traditionellen Sportberichterstattung stehen daher nicht Ergebnisse und Tabellenstände im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um Fans, Spieler und das kulturelle, wirtschaftliche und wissenschaftliche Umfeld des FuĂballs. Der ballesterer setzt sich auĂerdem kritisch mit der Kommerzialisierung des modernen FuĂballs auseinander. Auch die Ultra-Kultur und das ZurĂźckdrängen von Fans und Fankultur aus den Stadien ist ein wiederkehrendes Thema. Zur Blattlinie gehĂśrt zudem ein offensives Auftreten gegen Diskriminierung, etwa Sexismus, Rassismus oder Homophobie.cite-ref-2[2] Der Standard nennt den ballesterer ein âMagazin fĂźr die Randaspekte des Breitensportsâ.cite-ref-0-3-0[3]
Inhalt
Ein Kennzeichen des ballesterer sind seine Schwerpunkte. Im Gegensatz zu einer ßblichen Coverstory wird hierbei ein Thema auf meistens 16 Seiten abgehandelt und umfasst damit die bei weitem längsten Essays, Reportagen und Interviews im Heft. Die Themenpalette reicht von PersÜnlichkeiten (Ernst Happel, Roberto Baggio oder Martin Hinteregger) ßber Gesellschaftspolitik (Wirtschaftskrise, Klimawandel, Integration) bis zu Schwerpunkten ßber Fanszenen und deren Anliegen (zum Beispiel den teilweise problematischen Umgang mit der Polizei).cite-ref-4[4]
RegelmäĂige Heftinhalte sind auĂerdem Kommentare, Rezensionen, Fotostrecken, Rätsel und Groundhopping-Berichte. Bei Letzteren steht nicht das Spielgeschehen, sondern der Stadionbesuch und das subjektive Erlebnis im Mittelpunkt. Gewisse Prominenz erfuhr auch die Rubrik âNotfallambulanzâ des Arztes und Autors Wolfgang Pennwieser, der darin medizinische Probleme aus dem FuĂballumfeld humoristisch erklärt.cite-ref-5[5]
Geschichte
Begriffsbedeutung
âBallestererâ, auf der zweiten Silbe betont, ist ein Ăśsterreichischer Ausdruck fĂźr FuĂballer. Er dĂźrfte seinen Ursprung im Wien der Zwischenkriegszeit und damit in einer frĂźhen Hochphase des Ăśsterreichischen FuĂballs haben. So schreibt das Sport-Tagblatt schon 1926 gleichsam von âBallesterernâ und âFuĂballesterernâ.cite-ref-6[6] In der â bereits gleichgeschalteten â Kronen Zeitung ist im Februar 1939 rĂźckblickend zu lesen: âEs hat eine Zeit gegeben, in der man von den FuĂballspielern, die damals meist "Ballesterer" genannt wurden, nur mit Worten des Mitleids sprach. (...) Der FuĂballsport hat sich [aber] seine Anziehungskraft bewahrtâ.cite-ref-7[7]
GrĂźndung und Entwicklung
Der langjährige Chefredakteur Reinhard Krennhuber produzierte im März 2000 gemeinsam mit Klaus Federmair, Robert Hummer und Florin Mittermayr die erste Ausgabe des ballesterer. Die Idee eines Special-Interest-Mediums entsprang einer Publizistik-Seminararbeit Krennhubers. Vorbild war das englische FuĂballmagazin When Saturday Comes. Ausgabe eins des ballesterer wurde als schwarz-weiĂe Laserkopie in einer Auflage von 300 StĂźck zum Preis von 25 Schilling verkauft. Nach einer schĂśpferischen Pause erschien das Heft ab September 2001 regelmäĂig alle drei Monate. GrĂśĂere Bekanntheit und steigende Auflage wirkten sich sowohl auf die Gestaltung als auch die Erscheinungsweise aus. Seit Nummer 17 (Mai 2005) wird der ballesterer vĂśllig in Farbe gedruckt. Vom Dezember desselben Jahres bis Oktober 2008 erschien das Magazin im Zweimonatsrhythmus, seither in monatlicher Erscheinungsweise zehnmal im Jahr.cite-ref-1-9-0[9]
Der Umfang variierte Ăźber die Jahre und steigerte sich von 32 in der Erstausgabe zunächst auf 50, dann bald auf Seiten. Von Oktober 2002 bis November 2013 umfasste der ballesterer in der Regel 68 Seiten. Nur anlässlich der FuĂball-Europameisterschaft 2008 in Ăsterreich und der Schweiz und zum zehnjährigen Jubiläum im März 2010 erschienen längere Sonderausgaben. Ein grĂśĂerer Sprung gelang mit dem Relaunch im November 2013. Seither und bis heute hat der ballesterer einen Umfang von 84 Seiten.
Verantwortliche
Lange Zeit agierte der ballesterer als Verein. Mit Ausgabe 46 (2009) wurden die wirtschaftlichen Tätigkeiten in eine GmbH ausgelagert, der Verein ballesterer agiert als Herausgeber.cite-ref-10[10] Neben der Redaktion (inkl. Layout- und Foto-Verantwortlichen und Ständigen Mitarbeiter etwa 30 Personen) verfĂźgt der ballesterer Ăźber einen groĂen Pool von Autoren, die unregelmäĂig im Heft publizieren. Das Magazin ist von Beginn an ein Gemeinschaftsprojekt, das wesentlich auf freier und unentgeltlicher Arbeit basiert.cite-ref-0-3-1[3] Zur Jubiläumsausgabe 2010 zog MitgrĂźnder Reinhard Krennhuber eine Zwischenbilanz: âĂber 300 Personen haben Texte, Fotos, Grafiken und vieles mehr zu unserem Magazin beigesteuert â lange, ohne dafĂźr bezahlt zu werden. Auch wenn diese Menschen sehr unterschiedlich sind, haben sie doch eines gemein: Sie sind FuĂballfans und lieben die intelligente, kritische und witzige Herangehensweise, fĂźr die der ballesterer steht.âcite-ref-1-9-1[9] Krennhuber hat sich mittlerweile aus der Redaktion zurĂźckgezogen, ist aber Vorstandsmitglied im Verein ballesterer, der als Herausgeber fungiert. Ab 2012 bestant die Chefredaktion aus Jakob Rosenberg und Nicole Selmer; seit Sommer 2024 sind Nicole Selmer und Moritz Ablinger Ko-Chefredakteure.cite-ref-11[11] FĂźr die grafische Gestaltung zeichnen seit Ausgabe 86 das Designkollektiv LWZ, Manuel Radde und Benjamin KuĂŤss verantwortlich.cite-ref-12[12]
Reputation
FrĂźhe Anerkennung
FrĂźhen journalistischen Erfolg errang die Zeitschrift 2003. Auf Initiative von ballesterer-Autor David Forster wurde im Wiener Ernst-Happel-Stadion eine Gedenktafel fĂźr die Opfer des Nationalsozialismus enthĂźllt. Grundlage dafĂźr waren Recherchen zu einem Artikel der Serie FuĂball unterm Hakenkreuz. Dieser thematisierte die Internierung von KZ-Häftlingen während der NS-Zeit im damaligen Praterstadion. 2004 traten das jĂźdische Kulturmagazin Nu und der ballesterer eine Debatte Ăźber die âArisierungâ eines Kaffeehauses durch den Ăśsterreichischen FuĂballhelden Matthias Sindelar los. Im gleichen Jahr verlieh das deutsche BĂźndnis Aktiver FuĂballfans (BAFF) dem ballesterer als erstem nicht-deutschem Medium den âDeutschen Fanzinepokalâ. Im Mai 2005 folgte die Auszeichnung als âMagazin des Monatsâ durch das deutsche FuĂballmagazin 11 Freunde. Im Jänner 2005 wählten Ăźber 50 Fanzine-Redaktionen aus dem deutschsprachigen Raum den ballesterer zur âAllgemein besten Fanzeitungâ.cite-ref-1-9-2[9]
Der ballesterer als Fachmagazin
Anlässlich der Recherchen zur 36. Ausgabe, welche die Krise des italienischen FuĂballs zum Thema hatte, wurden die ballesterer-Redakteure Reinhard Krennhuber und Jakob Rosenberg sowohl von der Zeitung Der Standard als auch dem italienischen Staatsfernsehen RAI interviewt.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Sie hatten vor dem Serie-A-Spiel AS Roma gegen SSC Napoli an einer Fahrt der Napoli-Ultras nach Rom teilgenommen, im Zuge derer es in ZĂźgen und BahnhĂśfen zu Sachbeschädigungen kam. In Italien brandete daraufhin neuerlich eine Diskussion Ăźber gewalttätige Fans auf. Der in Italien wohnhafte Journalist Kai Tippmann meinte zu diesem Scoop: âEine kleine Redaktion eines 20.000-Auflage-Blatts hatte mal eben den millionenschweren Redaktionsstuben die Unterhosen heruntergezogenâ.cite-ref-15[15] Immer wieder sind Autoren und Redakteuren des ballesterer in Fernsehsendungen zum Thema FuĂball zu Gast, so etwa im ORFcite-ref-16[16] und ATV.cite-ref-17[17] Auf Initiative des ballesterer entstanden auĂerdem die BĂźcher âGrĂźn-WeiĂ unterm Hakenkreuzâ und âFuĂball unterm Hakenkreuz in der âOstmarkââ.cite-ref-2-18-0[18]
Journalistische Meriten
In den zwanzig Jahren seit seiner GrĂźndung wurden diverse Autoren des ballesterer fĂźr Preise nominiert und auch ausgezeichnet. Bei den Journalistenpreisen von Sports Media Austria gewannen Stefan Kraft und Reinhard Krennhuber 2012 in der Kategorie Print, ebenso Nicole Selmer 2014. Im selben Jahr wurde Mathias Slezak in der Kategorie Nachwuchs prämiert. Er hatte fĂźr seinen Artikel an der Saisonvorbereitung des Floridsdorfer AC teilgenommen. Clemens Zavarsky gewann 2018cite-ref-19[19] und Moritz Ablinger 2020cite-ref-20[20] ebenfalls in der Print-Kategorie der SMA Awards. Mareike Boysen bekam 2017 den Anerkennungspreis Print beim Prälat-Leopold-Ungar-JournalistInnenpreis der Caritas fĂźr eine Geschichte Ăźber KäfigfuĂballer. FĂźr eine Reportage Ăźber nach Wien zugewanderte FuĂballspieler bekamen Selmer, Jakob Rosenberg und Benjamin Schacherl 2019 den Prof. Claus Gatterer Preis.cite-ref-21[21]
Kritik
Dem ballesterer wird von Kritikern des Ăfteren vorgeworfen, zu nahe an den organisierten Fanszenen zu sein und Phänomenen wie dem Hooliganismus nicht mit genĂźgend Distanz zu begegnen. FĂźr die Macher, die selbst regelmäĂig die FantribĂźnen besuchen, sei es jedoch essenziell, die Stimmen aller Beteiligten wiederzugeben.cite-ref-22[22]
Sonstiges
Der ballesterer veranstaltet gemeinsam mit den BĂźchereien Wien, welche die erste Ăśsterreichische FuĂballbibliothek beherbergen, sowie der Antirassismus-Initiative Fairplay die Diskussionsreihe âClub 2x11â. Sie bringt Aktive und Fachleute mehrmals im Jahr zur Podiumsdiskussion rund um FuĂballthemen zusammen.cite-ref-23[23] Zu GroĂveranstaltungen wie Welt- und Europameisterschaften war das Magazin Co-Gastgeber von Public Viewings im Wiener WUK oder der Pratersauna. In Kooperation mit dem Ăśsterreichischen Radiosender FM4 und dem Wiener Indie-Label LasVegas Records beteiligte sich der ballesterer auĂerdem am Sampler Lieber ein Verlierer sein, eine Compilation Schweizer und Ăśsterreichischer Musiker zur EM 2008, der in verkĂźrzter Form als CD dem Heft beilag, aber letztlich keinen wirtschaftlichen Erfolg brachte.cite-ref-1-9-3[9] Der ballesterer ist heute Medienpartner von derStandard.at, dem Blog 120minuten.net, Laola1.at, der Deutschen Akademie fĂźr FuĂball-Kultur, der Initiativen âFairplayâ und âKicken ohne Grenzenâ, der Wanderausstellung âFantastic Femalesâ, sowie des FuĂballturniers Ute-Bock-Cup.cite-ref-2-18-1[18]
Vergleichbare Magazine
Der Ansatz, sich dem FuĂball abseits von Spielergebnissen und Matchberichten kulturell zu nähern, wird und wurde in Europa auĂerdem von den FuĂballmagazinen Der tĂśdliche Pass, 11 Freunde, Transparent, Rund und Zeitspiel (Deutschland), ZwĂślf (Schweiz), When Saturday Comes (England), So Foot (Frankreich), Hard gras (Niederlande) und Null Acht (Ăsterreich) verfolgt.
Auszeichnungen
⢠2004: Deutscher Fanzine-Pokal des BAFF
⢠2005: Magazin des Monats in 11 Freunde
⢠2005: Allgemein beste Fanzeitung
⢠2012: Journalistenpreis Print der SMA
⢠2014: Journalistenpreis Print und Nachwuchs der SMA
⢠2017: Prälat Leopold Ungar-Anerkennungspreis
⢠2018: Journalistenpreis Print der SMA
⢠2019: Prof. Claus Gatterer-Preis
Weblinks
⢠ballesterer.at â Offizielle Homepage des Magazins, enthält kĂźrzliches Online-Archiv und aktuelle Beiträge.
⢠Websitearchiv
Einzelnachweise
cite-note-11. â Mediadaten ¡ ballesterer. Abgerufen am 13. März 2020.
cite-note-22. â Websuche auf ballesterer.at. Abgerufen am 11. März 2020.
cite-note-0-33. â "Ballesterer" feiert 50. Ausgabe. In: derStandard.at. 9. März 2010, abgerufen am 11. März 2020.
cite-note-44. â Archiv ¡ ballesterer. Abgerufen am 13. März 2020.
cite-note-55. â Wolfgang Pennwieser: Platzwunde. Dr. Pennwiesers Notfallambulanz fĂźr FuĂballer. Czernin, Wien 2008, ISBN 978-3-7076-0257-9.
cite-note-66. â Sport-Tagblatt: Wenn die NiederĂśsterreicher reisen. In: ANNO - AustriaN Newspapers Online. 27. Oktober 1926, abgerufen am 10. März 2020.
cite-note-77. â Illustrierte Kronen Zeitung: Ritterlicher Kampf auf dem Eis. In: ANNO - AustriaN Newspapers Online. 16. Februar 1939, abgerufen am 10. März 2020.
cite-note-1-99. â Reinhard Krennhuber: Unendlicher FuĂballhorizont. 19. März 2015, abgerufen am 28. Februar 2020.
cite-note-1010. â ballesterer No. 46 (2009). S. 4.
cite-note-1111. â Oliver Mark, Interview mit Jakob Rosenberg, derstandard.de vom 1. Juli 2024, abgerufen am 30. November 2024.
cite-note-1212. â Redaktion ¡ ballesterer. Abgerufen am 13. März 2020.
cite-note-1313. â Schikanen bewusst geplant? In: derStandard.at. 4. September 2008, abgerufen am 11. März 2020.
cite-note-1414. â Kampanischer Käse. In: ballesterer.at. 3. Oktober 2008, abgerufen am 11. März 2020.
cite-note-1515. â Kai Tippmann: Gegen den modernen Sportjournalismus. In: altravita.com. 30. April 2009, abgerufen am 12. März 2020.
cite-note-1616. â "Club 2" zum Thema "Brot und Spiele. Wie politisch ist FuĂball." In: APA-OTS. 12. Juni 2012, abgerufen am 11. März 2020.
cite-note-1717. â "Am Punkt" zum Thema: Wer betrĂźgt, gewinnt - wie schmutzig ist unser Profisport? In: APA-OTS. 5. Februar 2013, abgerufen am 11. März 2020.
cite-note-2-1818. â Mediafolder 2020. (PDF) In: ballesterer.at. Abgerufen am 11. März 2020.
cite-note-1919. â Suche: ballesterer. In: sportsmediaaustria.at. Abgerufen am 13. März 2020.
cite-note-2020. â Die Kategorien-Sieger - zweimal sogar "Absolute". Abgerufen am 21. Mai 2020.
cite-note-2121. â LĂźckenfĂźller: Gatterer-Preis geht an FuĂballmagazin... In: diepresse.com. 30. August 2019, abgerufen am 15. März 2020.
cite-note-2222. â Jakob Rosenberg/Nicole Selmer: Wieso noch ballesterer? In: ballesterer.at. 19. März 2015, abgerufen am 12. März 2020.
cite-note-2323. â Erste Ăśsterreichische FuĂballbibliothek und EURO-Gewinnspiel. In: APA-OTS. 10. Juni 2016, abgerufen am 12. März 2020.